Triton – Neptunbrunnen am Neuen Lustgarten in Potsdam

 

 

Hinter dem Schiffsanleger liegt der sehenswerte “Neue Lustgarten” mit Kolonnade und Neptunbrunnen, der einst zum Potsdamer Stadtschloss gehörte. 1589 erstmals urkundlich erwähnt, ist er die älteste Parkanlage der Stadt.

Die Kolonnade ließ Hofarchitekt Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff in den Jahren 1745/1746 errichten. Ihren Namen erhielt sie wegen den dort aufgestellten Ringkämpfer-Skulpturengruppen.

Die Neptungruppe im Bassin, nach einem Entwurf von Johann August Nahl im Jahr 1749, wurde von Benckert und Heymüller ausgeführt. Die verschiedenen Versionen in vergoldeten Blei und teilweise Zinkguss mussten jedoch wegen starker Witterungsschäden 1793 durch Sandstein-Skulpturen ersetzt werden. Die aktuelle Rekonstruktion bezieht sich auf das gezeigte Erscheinungsbild in Sandstein des 19. Jahrhunderts.

Die Gruppe zeigte den Meeresgott Neptun und die Meeresnymphe Thetis (später Amphitrite genannt) auf einem von Titanen flankierten und mit Seepferden bespannten Wagen.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde sie stark beschädigt. 1962 verfüllt man das Bassin und zwei Jahre später wurden die Brunnenfiguren demontiert, damit hier ein Großparkplatz für das geplante Interhotel gebaut werden konnte. Anlässlich der Bundesgartenschau wurde dann das Neptunbassin neu angelegt und die wenigen erhaltenen Skulpturenteile wieder aufgestellt. So sieht man heute wieder die Meeresnymphe und die Tritonen. Bereits 2004 hatte der Rotary Club Potsdam einen Triton aus Privatbesitz erworben und die Restaurierung und Aufstellung am Originalstandort veranlasst. Neptun und dessen Wagen sind als Stahl-Wasser-Skulptur stilisiert dargestellt. Diese wurde von dem Potsdamer Metallgestalter Reiner Fürstenberg geschaffen und verdeutlicht das ursprüngliche Volumen der Neptungruppe.


Rekonstruktion und Restaurierung eines Triton

Nach Recherchen, vergleichenden Formstudien, Fotoauswertungen und Maßermittlungen an historischen Fotos entstand zunächst ein Bozetto. In historischen Handwerkstechniken wurde der Bozetto dann mit Zirkeln zu einem 1:1 Modell in Stuckgips vergrößert. Die wenigen Spolien (Kopf, rechter Arm und einer der beiden Schwänze) wurden in das 1:1 Modell integriert und später in den steinbildhauerisch punktierten Sandsteinwerkstücken platziert und präsentiert. Somit blieb ein Stück dieser preußischen Stilepoche im Original erhalten.


Links:

Triton 2004

Triton 8, 2012

Triton 9, 2012

Rettet den Lustgarten